Das natürliche Zentrum der Stadt Třeboň ist ihr Platz, der von Bürgerhäusern mit Renaissance und Barockgiebeln umgeben ist. Die gleiche Zahl der Häuser auf beiden Seiten des Platzes läßt uns vermuten, daß die Stellen für die Häuser im voraus ausgemessen wurden. Die Grundrißeinheit war das mittelalterliche Giebelhaus, das mit Satteldach gedeckt und in der Vorderstirn im Erdgeschoß durch einen Laubgang geöffnet war. Zwei Häuser auf dem Platz (Nr. 86 und 89) haben noch das gotische Fundament, die anderen mittelalterlichen Häuser wurden bei einem großen Brand der Stadt 1562 vernichtet und danach im Renaissancestil neu aufgebaut. Die meisten Häuser änderten ihre Gestalt teilweise bei der Wiederherstellung nach den Bränden in den Jahren 1723 und 1781.
Das bedeutendste Gebäude auf dem Platz ist das alte Rathaus. 1562 kaufte die Gemeinde zwei niedergebrannte Nachbarhäuser und ließ sie nach dem Jahr 1566 vom Italiener Jakub Cornbello ins Rathaus umbauen, das bei der ersten im Jahre 1770 vorgenommenen amtlichen Nummerierung Nummer 1 erhielt. Der Laubgang des neuen Rathauses öffnete sich in den Stadtplatz durch drei halbkreisförmige Arkaden mit gewaltigen Pfeilern, denen über dem einzigen Stock des Gebäudes drei Giebel entsprachen. Mit der Unterstützung des Kaisers Ferdinand III. wurde zu dem Rathaus 1638 ein massiver 31 Meter hoher und mit Rundgang, Uhr und einem Zwiebeldach mit Laterne versehener Vierstockturm hinzugefügt. Seit der Zeit stellt der Turm neben dem Kirchturm die zweite Dominante der Stadt dar. 1742 wurde die Fassade des Gebäudes mit Fresken mit dem rosenbergischen, schwarzenbergischen und dem Stadtwappen verziert. Bei dem 1819 vorgenommenen Umbau wurde das Rathaus um den zweiten Stock erhöht.
Auf der Oberseite des Stadtplatzes befindet sich das sog. Ruthard-Haus, das ursprüngliche Stadtrathaus. In seinem Erdgeschoß war einst die städtische Brauerei. Nach dem Aufbau des neuen Rathauses wurde das Ruthard-Haus dem Schloß angeschlossen. Die nahen Häuser Nr. 106 und 107 sind zur Zeit das Hotel "Zlatá hvězda"(Zum goldenen Stern). Das Haus Nr. 107 hat einen renovierten Laubgang von fünf Feldern und geschmückte Kreuz- oder Tonnengewölbe bei der Hauptstirnseite sowie im Hinterflügel und in den Seitenräumen. Beide Häuser wurden mit drei Pseudobarockgiebeln abgeschlossen.
Von den Häusern auf dem Platz ragt das Hotel "U bílého koníčka" (Zum weißen Roß) hervor, das gleichzeitig eins der ersten Beispiele des Renaissancestils in der Stadt darstellt. Die Belege seiner Existenz stammen aus dem Jahre 1544 - diese Jahreszahl ist an einem Pfeiler seines Laubganges eingehauen. Im Erdgeschoß des einstöckigen Gebäudes sind drei halbkreisförmige Arkaden des Laubganges, der bis ins 19. Jhd. rund um den ganzen Stadtplatz führte. Bemerkenswert ist jedoch vor allem die Architektur seines vierstöckigen Giebels über dem Kronengesims; der Giebel ist waagerecht mit profilierten Gesimsen und sieben Zylinderformationen kleiner Basteien eingeteilt. Den "Festungscharakter" geben dem Giebel auch die auf dem Gipfel verlaufende Zinne und die Schlüsselschießscharten.
Ein bemerkenswertes Haus in der Mitte der Nordseite ist auch Nr. 89 mit noch erhaltenen gotischen Elementen und Renaissancegewölben im Erdgeschoß. In diesem Haus lebte ursprünglich Štěpánek Netolický. Nach dem Brand der Stadt im Jahre 1526 wurde das Haus umgebaut, trotzdem ist es im Vergleich mit anderen Häusern am wenigsten von Umgestaltungen betroffen. Die Gewölbe seiner Zimmer sind reichlich mit Kammnetz verziert. Der Saal oben, der auf den Mittelpfeiler eingewölbt ist, ist in den Lunetten mit gemalten Medaillons und mythologischen Motiven ausgeschmückt. Der historische Wert und die Schönheit des Hauses sind nicht von der gegenwärtigen Funktion der Zeremonienhalle der Stadt Třeboň beeinträchtigt.
Die Ostseite des Platzes ist vom Tor Hradecká brána abgeschlossen, dessen Kern aus den Jahren 1525 - 27 stammt, wo das Tor zum Bestandteil der vervollkommneten Stadtbefestigung wurde.
In der Mitte des Platzes steht ein Renaissancebrunnen, ein Werk des Steinmetzen Jordan. Er wurde in den Platz 1569 eingesetzt und sein Granitbecken wurde mit kreisförmigen Reliefs von antiken Köpfen verziert. 1609 ließ die Gemeinde in die Brunnenmitte eine Renaissance-Ziersäule mit einem Ring stellen, dessen Maskarons Wasser speien. Die Säule ist mit einem Obelisken abgeschlossen, an dem die vielleicht vom Steinmetzen Hans Colfinger stammenden Initialen CH eingehauen sind.
Neben dem Brunnen steht eine barocke Mariensäule, die ein Werk des Budweiser Steinmetzen Leopold Huber ist. Auf Kosten der Bürger Jan und Alžběta Pils wurde 1780 die Statue der Jungfrau Maria auf einer Pyramide gefertigt, die auf einem massiven dreieckigen Sockel zusammen mit den Statuen der Hl. Josef, Adalbert und Elisabeth beruht. Manche Elemente der Statuengruppe sind klassizistisch.
Gegenüber dem Rathaus mündet die Straße Husova in den Stadtplatz, eine der zwei Ringsstraßen, die sich an die Hauptstraße anschlossen und den Zutritt zu den hinteren wirtschaftlichen Trakten der engen Hausparzellen auf dem Platz erleichterten. Die Häuser in dieser Straße waren nicht so prunkvoll wie die auf dem Stadtplatz und darüber hinaus haben manche von ihnen von ungeeigneten Umgestaltungen gelitten. Die Erweiterung der Husova Straße östlich von der St.-Ägidius-Kirche ist der Rest eines ehemaligen Friedhofes, der 1844 von hier zur St.-Elisabeth-Kirche am Stadtrand übertragen wurde. Gegenüber dem Klostertor mündet Březanova Straße in die Straße Husova, die sich bis heute ihren historischen Charakter behalten hat. Das bemerkenswerteste Haus in dieser Straße ist das Haus Nr. 118: das einstöckige Dreiflügelgebäude der Apotheke. Dieses Renaissancehaus mit einer Sgraffitofassade ließ Peter Wok von Rosenberg an der Stelle zweier Bürgerhäuser bauen, um dort die Familienbibliothek, Bildergalerie und Archiv zu unterbringen. Es wurde in den Jahren 1605 - 1606 von Dominik Cometta gebaut, die geschnitzten Holzdecken stammen vom Holzschnitzer Dechsner und die malerische Ausschmückung von Tomáš Třebechovský. Im Erdgeschoß wohnte der rosenbergische Archivar und Historiker Václav Březan, dem zu Ehren 1903 eine Gedenkgranittafel an das Gebäude angebracht wurde.
Durch das östliche Schloßtor kann man in Krčínova Straße kommen, in der zum Beispiel das in den Jahren 1565 - 1570 erbaute Haus Nr. 49 zu besichtigen ist. Dieses einstöckige Gebäude mit Walmdach und Dreiachsengiebel eine intakt erhaltene Frührenaissancedisposition mit Maßhaus. Im ersten Stock befindet sich die schwarze Küche. Die Stirnseite und das Tor des Haupteingangs sind klassizistisch umgestaltet.
Krčínova Straße mündet in den Žižka-Platz, dessen Südseite vom Tor Svinenská brána abgeschlossen ist. Das Tor hat Bogengiebel und Sgraffitodekoration in der nördlichen Stirnseite, die zwischen den Fenstern des ersten Stocks eine Statue des Hl. Florian hat. Briefsgraffiti bedecken auch das Tonnengewölbe der Durchfahrt. Die durch dieses Tor aus der Stadt führende Straße mündet am Außengürtel der Stadtbefestigung in ein zweites Tor - Novohradská brána, das in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts gebaut wurde. Die Einfahrten in das Tor haben wieder die Form des gotischen Spitzbogens und der Zutritt dazu ist von Stadtmauer von beiden Seiten eingeschränkt. Der Weg ins historische Zentrums am westlichen Rand führt durch das Tor Budějovická brána, das in den Jahren 1605 - 1611 nach dem Entwurf von Dominik Cometa und Jan Lukan gebaut wurde, und zwar als Ersatz für das zugemauerte Tor Břilická brána neben dem Schloß. 1819 wurde es umgebaut und kurz danach wurde der Säulenportikus an der Außenseite des Tores entfernt.















