Dieses Mitglied der Familie der Wittigonen war in seiner Zeit eine bedeutungsvolle Persönlichkeit. Durch die Ehe mit Viola von Těšín, der Witwe von König Václav [Wenzel] III., kam er in die Verwandtschaft mit der königlichen Familie. Er ist dadurch zum Glanz gekommen, den ein anderer tschechischer Grossherr, Jindřich [Heinrich] von Lipá, durch eine vertraute Beziehung zur Königin Eliška [Elisabeth] Rejčka genossen hat. Schon das schien ihn zu einer herausragenden Stellung nicht nur in der Familie der Wittigonen, sondern im ganzen Land zu prädestinieren. Petr war Anhänger des Königs Jan Lucemburský [Johannes von Luxemburg], der für ihn gemeinsam mit Vilém [Wilhelm] von Landštejn 1336 ein Dokument herausgegeben hat, das den beiden Grossherren "Vorrang vor allen Bewohnern des böhmischen Landes, Herren und Adelsleuten und anderen Personen jeden Standes" gesichert hat und sie zu "seinen eigensten und nahesten Dienern" ernannt hat.
Nicht geringer als Jan Lucemburský bediente sich Petr´s Diensten auch sein Sohn Karel [Karl], damals noch ein junger Markgraf. Der ehrgeizige Rosenberg errang schon früher - 1323 - die hohe Würde des höchsten Kammerherrn und Karel hat ihn noch dazu an die Spitze des Landesgerichts gestellt. Als dann 1336 der König mit seinem Sohn die Fahrt nach Litauen unternommen hat, hat er Petr im Land gelassen und es scheint er habe ihn mit der Hauptpflege um das ganze Königreich beauftragt. Es überrascht daher nicht , dass vier Jahre später der König eben ihn mit zwei weiteren Hochherren in den engen Kreis der Vollstrecker seines Testaments aufgenommen hat. Petr hat das gleiche Vertrauen auch vom Thronfolger Karel genossen, als ihn dieser 1339 für die Zeit seiner Abwesenheit in Böhmen die hauptmannschaftliche Regierung in Böhmen anvertraut hat. Das hat nichts anderes bedeutet, als dass dieser Herr von Rožmberk für eine gewisse Zeit zum Vertreter des Herrschers und nach ihm die zweithöchste Person im Land wurde. Zur Zeit der Krönung Karls IV zum böhmischen König 1347 war Petr von Rožmberk [Peter von Rosenberg] schon todkrank und ist kurz nachher, am 15. Oktober, gestorben. Nicht lange vor seinem Ableben hat er sich zum letzten Aufenthalt in sein Familienkloster in Vyšší Brod [Hohenfurt] zurückgezogen, wo er, schon am Sterbebett liegend, das Ordensgewand der Zisterzienser anlegte hat. Im Kloster wurde er auch bestattet.
Es scheint, dass Petr I. grosse Verdienste um das Kloster in Vyšší Brod hatte. So widmete er nicht unbedeutende Beträge zum Bau des Kreuzganges und ein Jahr später hat er ein Klosterspital gegründet. Nachrichten über Geschenke, die er dem Kloster gewidmet hat, sind jedoch bereits seit 1332 zu verfolgen. Die Stellung Petrs von Rožmberk, seine Bedeutung in böhmischen Ländern wie auch unter den Repräsentanten der Familie der Wittigonen, sein Verhältnis zum Kloster von Vyšší Brod, das alles deutet darauf hin, dass er es war, der - kurz vor seinem Tod - für die Klosterkirche einen Altar bestellt hat, der heute als der "Vyšebrodský oltář" [Hohenfurter Altar] bekannt ist. Man müsste es auch dann für wahrscheinlich halten, wenn auf dem Bild die Gestalt des Donators mit entsprechendem Wappen fehlen würde. Tatsache ist, dass am Bild der Christi Geburt in der rechten unteren Ecke die Gestalt des knienden Donators mit einem Modell der Kirche in den Händen und dem Bild einer fünfblättrigen Rose am geneigten Schild abgebildet ist. Der Donator hat sich an diesem Bild in besonders prunkvoller Kleidung abbilden lassen, was im Einklang mit seiner Stellung und Ambitionen war. Sein herzoglicher Hut hängt an seinem Rücken und er ist in einen kostbaren Hermelinmantel gehüllt. Im Mittelalter war der Hermelinpelz ein Privileg des höchsten Adels und der höchsten kirchlichen Würdenträger. So treten auch der spätere Karl IV. mit seinem Sohn in der illuminierten Handschrift der Goldenen Bulle oder die Alžběta Pomořanská [Elisabeth von Pommern] in den Wandgemälden in der St.Wenzels-Kapelle in der Prager St.Veits Kathedrale auf, so liessen sich als Donatoren auch die Dogen von Venedig abbilden. Auch die Details der Kostüme ergänzen die Gestalt eines selbstbewussten Donators und das gehörte auch mehr oder weniger zum Herrscherpathos seiner Bestellung.
Petr von Rožmberk bestellte den Altar zweifellos in Prag bei einem Maler der direkt im Bereich des Hofes tätig war, mit dem auch seine Werkstatt eng verbunden war. Es war nur ein weiterer Ausdruck der traditionellen Rivalität der Familie der Wittigonen mit dem Prager Herrscherhof. Hier bietet uns übrigens ein Beweis das Kloster selbst, das bekanntlich aus dem Wettbewerb der Wittigonen mit den Przemysliden entstanden ist. Dieses Kloster diente endlich als dynastische Begräbnisstätte der Wittigonen, ähnlich wie die Klosterkirche der Zisterzienser in Zbraslav [Königsaal] bei Prag den Przemysliden.















